Martin-Gauger-Preis
 

 

 

Preisträger des Martin-Gauger-Preises 2019

Am 06.12.2019 fand die Preisverleihung zum 8. Martin-Gauger-Preis im Oberlandesgericht Hamm statt.

Alle zwei Jahre ruft der Bund der Richter und Staatsanwälte in Nordrhein-Westfalen die Schülerinnen und Schüler des Landes auf, sich an einem Schülerwettbewerb zum Thema Menschenrechte zu beteiligen. In diesem Jahr war das Wettbewerbsthema „Meine Helden“. Zur Preisverleihung waren die Schüler der vier Gewinnerklassen in das Oberlandesgericht Hamm gekommen.

Der Vorsitzende des Landesverbands, Christian Friehoff, begrüßte die Schülerinnen und Schüler und die ebenfalls angereisten hochrangigen Vertreter der nordrhein-westfälischen Justiz. Er skizzierte die Entwicklung des Martin-Gauger-Preises in der Vergangenheit und bedankte sich bei den anwesenden Mitglieder der Familie Gauger, dass diese den Wettbewerb seit vielen Jahren positiv begleitet.

 

Christian Friehoff

Johannes Keders

Der Präsident des Oberlandesgerichts Hamm, Johannes Keders, sprach als Gastgeber und als Vorsitzender der Jury. Er berichtete über den Auswahlprozess und die Schwierigkeit, die Beiträge der verschiedenen Schulformen und Altersklassen angemessen zu vergleichen. Letztlich habe sich die Jury – mit freundlicher Billigung des Richterbundes - entschieden, den dritten Preis gleich an zwei Gruppen zu vergeben.

Gerhard Gauger

Anschließend berichtete mit Gerhard Gauger der Neffe Martin Gaugers aus dem Leben des Preisträgers.

Die Familie habe sich gefreut, dass der Richterbund Martin Gauger als „Held“ bezeichnet habe. Auch wenn es sich um einen schillernden Begriff handele, habe Martin Gauger doch Standhaftigkeit und Mut bewiesen.

Anhand von Texten aus dem Nachlass Martin Gauger bzw. aus dem Bestand der Familie zeichnete Gerhard Gauger wichtige Stationen aus dem Leben Martin Gaugers nach.

Vor der eigentlichen Preisverleihung heizte die Bläser-Band „Blowing Stones“ des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums den Anwesenden noch einmal richtig ein.

Minister der Justiz Peter Biesenbach

Dann schritt der Minister der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen, Peter Biesenbach MdL, zur Tat:

Die Preisträgerinnen und Preisträger, die zwar wussten, dass sie einen Preis gewonnen haben, aber nicht welchen, warteten mit großer Spannung darauf, wann sie aufgerufen wurden. Da mehrere Klassenkooperationen ausgezeichnet wurden, wurde es zeitweilig ziemlich eng, als mehr als fünfzig Schülerinnen und Schüler die Bühne stürmten.

Begeistert nahmen die Preisträger aus den Händen des Ministers die Urkunden und das Preisgeld entgegen. Von Gerhard Gauger erhielten sie darüber hinaus noch eine Erinnerung an den Namensgeber des Preises.

 

Die Preisträger:

1. Preis: 1. Platz: Klassen 8a und 8c des Rhein-Gymnasiums Köln-Mülheim

Die Klassen 8a und 8c des Rhein-Gymnasiums Köln-Mülheim gewinnen den Martin Gauger Preis 2019. Mit ihrem multimedialen Beitrag aus Texten, Bildern und gesprochenem Wort greifen die Schülerinnen und Schüler zahlreiche Aspekte des modernen Heldentums im Alltag auf. Der Titel des Beitrags: „Heldinnen und Helden in unseren Familien und Wahlfamilien“ ist Programm. Die Schülerinnen und Schüler stellen klischeehaften fiktiven Heldenfiguren die Vorbildern ihres alltäglichen Lebens gegenüber. In verschiedenen Einzelbeiträgen, die zu einem stimmigen Gesamtbeitrag zusammengefügt sind, haben die Preisträger Situationen herausgearbeitet, in denen sich Menschen aus dem familiären Umfeld bewährt haben. Auch der Blick in die Geschichte, in der eine aufrechte Haltung mit großer persönlicher Gefahr verbunden war, wird berücksichtigt. Die vielfältige und ideenreiche Herangehensweise, die beeindruckende grafische Umsetzung und die erkennbar gelungene Gruppenarbeit heben diesen Wettbewerbsbeitrag in besonderer Weise hervor.

Hier geht es zum Film

Klassen 8a und 8c des Rhein-Gymnasiums Köln-Mülheim

 

2. Preis: Kooperation Köllerholzgrundschule und Gymnasium Theodor-Körner-Schule aus Bochum

Die Kooperation der Klassen 3 – 6 der Köllerholzgrundschule und des Gymnasiums Theodor-Körner-Schule aus Bochum wird für ihren Filmbeitrag mit dem 2. Platz ausgezeichnet. Die Schülerinnen und Schüler haben sich in beeindruckender Weise mit dem Namensgeber des Preises und weiteren Oppositionellen aus der Zeit des Nationalsozialismus und mit ihrer Tauglichkeit als Helden für unsere Gegenwart auseinandergesetzt. Dabei wird unter erkennbarer pädagogischer Leitung hinterfragt, was ihr Vorbild für die Schülerinnen und Schüler noch heute bedeuten kann. Mögliche Helden aus verschiedenen Berufsgruppen der Gegenwart werden dem gegenübergestellt. Die Zusammenarbeit von verschiedenen Klassen und Schulformen, das Einbringen der Inhalte des Rechtskundeunterrichts, das große Engagement der zahlreichen Mitwirkenden, die gelungene filmische Umsetzung und die beeindruckende darstellerische Leistung haben die Jury überzeugt.

Hier geht es zum Trailer

 

Rechtskunde Kooperations-AG der Köllerholzschule und der Theodor-Körner Schule Bochum

 

3. Preis: Zwei Preisträger: Berufskolleg Rheinbach GTA Kunst und Clara Schumann Gymnasium Holzwickede

Die Gruppe Q2 des Clara Schumann Gymnasiums Holzwickede wird für das Hörspiel „Helden im Himmel“ mit dem 3. Preis ausgezeichnet. Die Jury hat die originelle Grundidee besonders beeindruckt. Angelehnt an die klassische Mythologie befinden sich die Protagonisten in einem Reich zwischen Leben und Tod und müssen sich ihr Heldentum erst selbst erschließen. Der gekonnte Wortbeitrag verbindet die verschiedenen Perspektiven auf das Heldentum zu einem gemeinsamen Ansatz. Den Hörern wird die Bandbreite der Möglichkeiten vor Augen geführt, wie Menschen zu „Helden des Alltags“ werden können. Dabei wird deutlich, dass jeder aus seiner jeweiligen gesellschaftlichen und persönlichen Position heraus vorbildhaft handeln kann. Die Autorinnen haben sich der Herausforderung eines gemeinschaftliche formulierten literarischen Textes erfolgreich gestellt.

Hier geht es zum Wortbeitrag

Gruppe Q2 Clara Schumann Gymnasium Holzwickede

Der Kunstkurs der gestaltungstechnischen Assistenten des Berufskollegs Rheinbach wird für den Beitrag „Hellenismus 2.0“ ebenfalls mit dem 3. Preis ausgezeichnet. Die mehr als 25 Einzelbilder und die begleitenden Texte greifen auf hintersinnige Art auf eine spezielle Heldengruppe, nämlich auf die griechische Götterwelt, zurück und transferieren diese in die Gegenwart. Dabei hinterfragen die Beiträge das tradierte Götterbild und seine Alltagstauglichkeit im 21. Jahrhundert. Der Begriff des Heldentums wird damit relativiert und an den Anforderungen der Gegenwart gemessen. Der besondere Blick auf das Wettbewerbsthema, das griechische Gottheiten in verschiedene moderne Zusammenhänge stellt, und, nicht zu vergessen, die beeindruckende grafische Umsetzung, haben die Jury überzeugt.

Kunstkurs der gestaltungstechnischen Assistenden des Berufskollegs Rheinbach

Hier eine Auswahl aus dem Beitrag: