Fünfter Preis des Martin-Gauger-Preises 2008
Der fünfte Preis des Martin-Gauger-Preises 2008 wurde in diesem Jahr zwei Mal vergeben. Der Preis geht an das Wahlpflichtfach Kommunikation der Käthe-Kollwitz-Realschule in Ratingen für Ihren Videobeitrag "Sag nein" sowie an den Kurs Sozialwissenschaften der Klasse 8 der Friedrich Ebert Realschule in Oberhausen für das Projekt "Migrationshelfer".

Gerhard Gauger überreicht den Preisträgern aus Ratingen als persönliches Geschenk
der Familie Gauger eine Dokumentation über Martin Gauger.

PSt Hartenbach überreicht Schülerinnen der Friedrich-Ebert Realschule
in
Oberhausen die Urkunde über den 5. Platz.
Auszug aus der Rede des Parlementarischen Staatssekretärs Alfred Hartenbach:
"Der 5. Preis wurde zweimal vergeben:
Zum einen erhalten ihn die Schülerinnen und Schüler des Wahlpflichtfaches Kommunikation der Käthe-Kollwitz-Realschule in Ratingen.
Ihr Beitrag „Sag nein“ verdeutlicht in eindrucksvoller Weise, wie wichtig es ist, Courage zu zeigen.
Martin Gauger hat sich in schwierigen Zeiten standfest zu seiner politischen Überzeugung bekannt. Er hat sich selbst dann nicht beirren lassen, als sich persönliche Konsequenzen abzeichneten. Diesen Mut hat er mit seinem Leben bezahlen müssen. Wegen seiner unumstößlich an den Kriterien der Menschenwürde ausgerichteten Prinzipien ist uns Martin Gauger heute Vorbild. Martin Gauger hat in einer schrecklichen Diktatur „nein“ gesagt. Doch auch heute ist es notwendig, öffentlich „nein“ zu sagen. Nein zu Menschenrechtsverletzungen, Diskriminierung, Gewalt und Jugendkriminalität. Doch „nein“ zu sagen ist oft schwer und erfordert Mut. Dies gilt gerade für Kinder und Jugendliche, die einem besonderen Gruppendruck ausgesetzt sind. Der Beitrag der Käthe-Kollwitz-Realschule aus Ratingen „Sag nein“ will den Kindern und Jugendlichen Mut machen, sich eine gegen den allgemeinen Trend zu stellen. Hierzu haben die Schülerinnen und Schüler – neben einer Vielzahl anderer Programmpunkte – das Szenenspiel „Sag nein“ in einer Gedenkfeier zur Progromnacht vom 9. November 2008 aufgeführt. Dabei ist nicht nur bemerkenswert, dass es in dem Szenenspiel besonders gut gelungen ist, gleichsam in einem Appell die Ursachen der Progromnacht und die heutigen Probleme wie Gewalt und Diskriminierung zusammenzuführen. Auch die Umsetzung der Idee ist vorbildlich. Denn „nein“ zu sagen heißt, sich zu bekennen und damit aus der anonymen Masse herauszutreten und sein Gesicht zu zeigen.
Die Jury hat deshalb den 5. Platz des diesjährigen Martin-Gauger-Preises den Schülerinnen und Schülern des Wahlpflichtfachs Kommunikation der Käthe-Kollwitz-Realschule in Ratingen verliehen.
Zum anderen erhält den 5. Preis der Kurs Sozialwissenschaften der Klasse 8 der Friedrich Ebert Realschule in Oberhausen.
Kriminalität und besonders die der Jugend hat stets etwas mit Chancen in der Gesellschaft zu tun. Chancen auf Bildung, auf Arbeit und damit Wohlstand und Teilnahme an der Gesellschaft. Untersuchungen belegen, dass Perspektivlosigkeit eine der Hauptquellen von Kriminalität ist. Der Sozialwissenschaftskurs der Klasse 8 der Friedrich Ebert Realschule in Oberhausen hat zunächst in einer statistischen Erhebung herausgefunden, dass Migranten besondere Probleme haben, die notwendige Perspektive für sich entwickeln zu können. Sie sind auch vor besondere Probleme gestellt. Denn zu oft belasten etwa Sprachschwierigkeiten und kulturelle Anpassungsprozesse ihre Möglichkeiten. Preiswürdig ist die Arbeit dadurch, dass sich die Schülerinnen und Schüler nicht mit der einfachen Tatsachenfeststellung begnügen, sondern die Idee entwickelt haben, sich an ihrer Schule als Migrationshelfer zu engagieren. Diese Migrationshelfer sollen zwischen Lehrern, Eltern und Schülern vermitteln und bei Auseinandersetzungen helfen. Mit großem Engagement verfolgen die Schülerinnen und Schüler diese Idee. Sie haben Flyer entwickelt, T-Shirts bedruckt, eine Internetseite konzipiert und setzten auf diese Weise ihre hervorragende Idee Schritt für Schritt in die Praxis um.
Dieses Projekt erschien der Jury zukunftsweisend, so dass auch hierfür der 5. Platz vergeben wurde."
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